Produktivität & Zusammenarbeit
Microsoft 365 Copilot
Microsoft Corporation · Multimodal
Bewertet: Microsoft 365 Copilot als kostenpflichtiges Add-on zu Microsoft 365 Business Premium (KMU-Tarif, bis 300 Nutzer). Nicht bewertet: gratis Copilot Chat, Copilot Pro, GitHub Copilot, Security Copilot.
Zuletzt geprüft: 2026-07-18 · Aktuell
Mit KI-Unterstützung erstellt
Verfügbare Tarife
Kostenloser KI-Assistent im Browser, ohne Add-on-Lizenz. Verwendet Web-Suche und kann Nutzer-bereitgestellte Daten verarbeiten, aber kein volles Graph-Grounding. Kein separates DPA für die KI-Verarbeitung.
Bewerteter Tarif. Kostenpflichtiges Add-on auf Microsoft 365 Business Premium für KMU bis 300 Nutzer. Vollständige Graph-Grounding-Integration in M365-Apps, DPA automatisch gültig, EU Data Boundary.
Consumer-Add-on für Privatnutzer mit Microsoft 365 Personal/Family. Andere Datenschutzbedingungen als der Business-Tarif, kein automatischer DPA.
Großunternehmen-Variante auf Enterprise-Lizenzen (E3/E5). Gleiche Kernarchitektur wie Business Premium, aber zusätzliche Enterprise-Features (z.B. erweitertes Purview, Copilot-Studio-Kapazitäten). Eigener Eintrag erforderlich.
4 Kernfragen
Training mit Nutzungsdaten
Nein
Selbst prüfen
Für Microsoft 365 Copilot im Business-Premium-Tarif gilt kategorisch: Prompts, Antworten und Daten, auf die über Microsoft Graph zugegriffen wird, werden nicht zum Training von Basismodellen verwendet, einschließlich der von Microsoft 365 Copilot genutzten Modelle. Diese Aussage findet sich zweifach wortgleich in der offiziellen Datenschutz-Dokumentation. Optionales Nutzerfeedback wird gesondert behandelt und ebenfalls nicht zum LLM-Training genutzt. Das Abuse-Monitoring-System (einschließlich Human Review) ist für Microsoft 365 Copilot standardmäßig deaktiviert. Quelle: Data, Privacy, and Security for Microsoft 365 Copilot.
Speicherung ausschließlich EU
Abhängig von der Konfiguration
Für Microsoft 365 Copilot im Business-Premium-Tarif gilt für EU-Kunden (Sign-up in EU/EFTA): Kundendaten (einschließlich Copilot-Interaktionen) werden im Regelfall innerhalb der EU gespeichert (EU Data Boundary). Zwei Konfigurationen führen zu Verarbeitung in den USA, lassen die Speicherung aber in der EU: (1) Anthropic-Modelle (EU default-off, opt-in): Verarbeitung in den USA, Speicherung bleibt in der EU. (2) OpenAI als Subprozessor (ab 24.07.2026 default-on für kommerzielle Kunden): vom In-Country-Processing ausgenommen. Zusätzlich besteht ohne den kostenpflichtigen Advanced Data Residency (ADR) Add-on keine vertragliche „Durable Commitment"-Residenzgarantie; Standard-Product-Terms sichern EU-Speicherung zu, aber mit geringerer vertraglicher Verbindlichkeit. Quellen: EU Data Boundary, EUDB Transfers, Advanced Data Residency.
Aufbewahrung & Löschung
Nutzergesteuert (löschbar)
Für Microsoft 365 Copilot im Business-Premium-Tarif werden Interaktionsdaten (Prompt, Antwort, Zitierungen als „Content of Interactions") innerhalb der Microsoft-365-Dienstgrenze gespeichert und nicht zum LLM-Training genutzt. Eine feste anbieterseitige Aufbewahrungsfrist oder Lösch-Zusage ohne Nachlauf ist in der öffentlichen Dokumentation nicht primärbelegt. Nutzer können Copilot-Aktivitätsdaten über das My Account Portal löschen; Administratoren können Aufbewahrungsrichtlinien über Microsoft Purview definieren, die auch Copilot-Interaktionsdaten umfassen. Die tatsächliche Aufbewahrungsdauer hängt damit von der Purview-Konfiguration des jeweiligen Tenants ab. Da Administratoren und Nutzer die Aufbewahrung und Löschung der Interaktionsdaten steuern und eine Nutzerlöschung die Daten beim Anbieter entfernt, wird die Einstufung user-controlled gewählt; ohne eigene Aufbewahrungsrichtlinie bestimmt die Standardkonfiguration des Tenants die Speicherdauer. Quellen: Data, Privacy, and Security for Microsoft 365 Copilot, Copilot Data Residency.
Drittlandtransfer-Grundlage
Standardvertragsklauseln
Für Microsoft 365 Copilot im Business-Premium-Tarif sind Standardvertragsklauseln (SCC) die dokumentierte Transfergrundlage für Datentransfers in Drittländer. Die Microsoft DPA verankert SCC; die Enterprise Data Protection-Dokumentation bestätigt die SCC-Geltung für den Copilot-Dienst. Quelle: Enterprise Data Protection, DPA-Landingpage.
Konkrete Transfer-Situationen: (1) EU-Data-Boundary-Ausnahmen (Remote-Support, Security Operations, DSR-Bearbeitung): SCC-gesichert gemäß Microsofts Dienstleistungsvereinbarungen. (2) OpenAI als Subprozessor (US): SCC über Microsoft-DPA; In-Country-Processing ausgenommen. (3) Anthropic-Aktivierung (US): SCC über Microsoft-DPA; Verarbeitung in den USA, Speicherung bleibt in EU.
DPF-Zertifizierung: Microsoft ist allgemein als DPF-zertifiziert bekannt, war aber zum Prüfzeitpunkt nicht im DPF-Register direkt verifiziert. DPF wird daher als mögliche Zusatzgrundlage in der Note erwähnt, aber nicht als Haupt-Enum-Wert gesetzt. Offener Punkt: siehe unresolvedQuestions.
Quick-Facts
Überblick
Kurzbeschreibung
Microsoft 365 Copilot ist ein KI-Assistent, der als kostenpflichtiges Add-on in die Microsoft-365-Apps (Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Teams) integriert wird. Er greift per Microsoft Graph auf die Inhalte des eigenen Tenants zu und erstellt, fasst zusammen oder beantwortet Anfragen auf Basis der organisationseigenen Daten.
Verdichtetes Urteil
Microsoft 365 Copilot bietet KMU mit Business-Premium-Lizenz einen direkt in den M365-Arbeitsalltag integrierten KI-Assistenten mit starker Datenschutzbasis: Trainingsverzicht ist kategorisch dokumentiert, die DPA gilt automatisch, und Daten werden für EU-Kunden im Regelfall innerhalb der EU gespeichert. Reale Risiken bestehen im Oversharing-Bereich (Copilot sieht alles, was der Nutzer sehen darf), bei der Aktivierung von Anthropic- oder OpenAI-Subprozessoren (Verarbeitung dann in den USA), und beim Fehlen einer vertraglichen Residenzgarantie ohne kostenpflichtigen ADR-Add-on. Für den DSGVO-konformen Betrieb sind Berechtigungskonzept, Purview-Retention-Konfiguration und die ab 24.07.2026 standardmäßig aktiven OpenAI-Subprozessoren im Admin Center zu prüfen.
Funktionsbeschreibung
Microsoft 365 Copilot koordiniert große Sprachmodelle (LLMs) mit den Inhalten des Microsoft Graph im eigenen Tenant. Wenn ein Nutzer in Word, Excel, PowerPoint, Outlook oder Teams eine Anfrage stellt, verarbeitet Copilot den Prompt durch Grounding: Er ruft relevante Daten aus dem Tenant ab (E-Mails, Kalender, Dateien, Chats), übergibt sie zusammen mit dem Prompt an das LLM und gibt die Antwort in der jeweiligen App aus. Der Zugriff ist strikt berechtigungsgebunden: Copilot sieht nur Inhalte, auf die der anfragende Nutzer selbst Zugriff hat.
Die Verarbeitung findet innerhalb der Microsoft-365-Dienstgrenze statt. Daten verlassen die Microsoft-Infrastruktur nicht, es sei denn, Anthropic- oder OpenAI-Subprozessoren sind aktiviert (Anthropic: opt-in in EU default-off; OpenAI als Subprozessor: ab 24.07.2026 default-on für kommerzielle Kunden, Admin kann deaktivieren).
Neben dem direkten Assistenten in den M365-Apps steht Copilot Chat zur Verfügung (Graph-Grounding, Web-Suche). Copilot Chat ohne Add-on-Lizenz ist ein separates Produkt ohne DPA-Deckung für die KI-Inhalte.
Zusätzliche Funktionen umfassen vorgefertigte Agents (Researcher, Analyst, Facilitator) sowie die Erweiterbarkeit über Copilot Studio. Die Architektur setzt auf Entra-ID-Authentifizierung und ehrt vorhandene Conditional-Access-Richtlinien und MFA.
Funktionen
- KI-Assistent in Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Teams, Loop, OneNote, Forms
- Microsoft-Graph-Grounding: Zugriff auf Tenant-Daten (E-Mails, Kalender, Dateien, Chats) nach Nutzerberechtigungen
- Copilot Chat mit Web-Suche und Graph-Grounding
- Vorgefertigte Agents: Researcher, Analyst, Facilitator
- Priority Access für Nutzer mit Add-on-Lizenz
- Purview-Integration: Retention-Policies für Copilot-Interaktionsdaten konfigurierbar
- Erweiterte Datenhaltung via Advanced Data Residency (ADR) als separater kostenpflichtiger Add-on
- Entra-ID-Authentifizierung, Conditional Access, MFA-Durchsetzung
Einsatzszenarien
- Erstellung und Überarbeitung von Dokumenten (Word), Präsentationen (PowerPoint) und Tabellenkalkulationen (Excel) durch KI-Unterstützung auf Basis vorhandener Tenant-Dokumente.
- Zusammenfassung von Meetings (Teams) und E-Mail-Threads (Outlook) sowie Entwurf von Antworten.
- Interne Wissenssuche: Mitarbeiter befragen Copilot Chat zu Richtlinien, Projekten oder Ansprechpartnern auf Basis der im Tenant gespeicherten Daten.
Zielgruppen
- KMU bis 300 Mitarbeiter mit Microsoft-365-Business-Premium-Lizenz
- Wissensarbeiter in Verwaltung, Vertrieb, Projektmanagement
- IT-Administratoren mit M365-Umgebung
Preismodell
Kostenpflichtiges Add-on: ca. 18 USD/Nutzer/Monat (Jahresbindung, Aktionspreise möglich). Voraussetzung ist ein aktives Microsoft-365-Business-Premium-Abo. Aktuelle Preise: https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-365/business/copilot-for-microsoft-365
Datenschutz (DSGVO)
Verarbeitete Daten
- Nutzerprompts (Texteingaben in M365-Apps und Copilot Chat)
- Tenant-Inhalte aus Microsoft Graph: E-Mails, Kalenderdaten, Teams-Chats, SharePoint-Dokumente, OneDrive-Dateien (im Rahmen der Nutzerberechtigungen)
- Copilot-Antworten und Zitierungsverweise (als "Content of Interactions" gespeichert)
- Optionales Nutzerfeedback zu Copilot-Ausgaben
- Dokumente, Tabellen und Präsentationen, die Nutzer in den M365-Apps bearbeiten
Datenschutzrechtliche Einordnung
Microsoft agiert beim Einsatz von Microsoft 365 Copilot als Auftragsverarbeiter (Data Processor) im Sinne von Art. 28 DSGVO. Die nutzende Organisation ist Verantwortliche (Controller). Die Microsoft Products and Services Data Protection Addendum (DPA) gilt automatisch mit dem Abonnement eines kommerziellen Microsoft-365-Dienstes, einschließlich Business Premium. Einer gesonderten DPA-Unterzeichnung bedarf es nicht.
Der Anwendungsbereich ist ein generisches Produktivitätstool; verarbeitete Daten richten sich vollständig nach dem Inhalt des Tenants und dem Nutzungsverhalten. Je nach Einsatzkontext können besondere Datenkategorien nach Art. 9 DSGVO (z.B. Gesundheitsinformationen in E-Mails, politische Meinungen in Dokumenten) in den Verarbeitungsbereich fallen. Eine Vorabprüfung der im Tenant gespeicherten Daten ist für die DSGVO-Einordnung erforderlich.
Drittlandtransfers: Standardmäßig erfolgt Speicherung für EU-Kunden in der EU (EU Data Boundary). Verarbeitung durch Anthropic (opt-in, EU default-off) oder OpenAI als Subprozessor (ab 24.07.2026 default-on) führt zu Verarbeitung in den USA. Die DPA verankert Standardvertragsklauseln (SCC) als Transfer-Grundlage. Eine DPF-Zertifizierung von Microsoft ist allgemein bekannt, war aber zum Prüfzeitpunkt nicht im Register verifizierbar.
Ausnahme Web-Search: Wenn Copilot Chat Web-Suchanfragen stellt, handelt Microsoft für diese Anfragen als Controller unter dem Microsoft Services Agreement, nicht als Processor unter der DPA.
Art. 5 DSGVO (Grundsätze)
Zweckbindung (Art. 5 Abs. 1 lit. b): Microsoft dokumentiert explizit, dass Prompts, Antworten und Daten aus Microsoft Graph nicht zum Training von Basismodellen verwendet werden. Das entspricht einer klaren Zweckbeschränkung auf die unmittelbare Serviceerbringung. Optionales Nutzerfeedback wird ebenfalls nicht zum LLM-Training genutzt. Quelle: Data, Privacy, and Security.
Datenminimierung (Art. 5 Abs. 1 lit. c): Copilot greift berechtigungsbasiert auf Tenant-Daten zu. Das Minimierungsrisiko liegt beim Berechtigungskonzept der Organisation: Überprovisionierte Rechte führen zu unnötig breitem Datenzugriff durch den Assistenten. SharePoint Advanced Management und Restricted SharePoint Search werden als Kontrollmaßnahmen empfohlen.
Integrität und Vertraulichkeit (Art. 5 Abs. 1 lit. f): Verschlüsselung im Ruhezustand und bei der Übertragung, logische Mandantentrennung und physische Sicherheitskontrollen sind dokumentiert. Quelle: Isolation Controls.
Rechenschaftspflicht (Art. 5 Abs. 2): DPA gilt automatisch, ISO 42001 mit Copilot-Scope, Purview-Audit-Logs vorhanden. Die Organisation als Deployer muss eigene Nachweise der kontrollierten Nutzung erbringen (Berechtigungskonzept, Nutzungsrichtlinie, Schulungsnachweise Art. 4 EU AI Act).
Art. 6 DSGVO (Rechtsgrundlagen)
Typische Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO (Vertragserfüllung) trägt den Einsatz für vertragsbezogene Tätigkeiten (z.B. Vertragsentwürfe, Kundenkommunikation). Art. 6 Abs. 1 lit. f (berechtigtes Interesse) kommt für interne Effizienzmaßnahmen in Betracht, sofern eine Interessenabwägung dokumentiert ist. Art. 6 Abs. 1 lit. a (Einwilligung) ist als Grundlage für Nutzerdaten in der Regel nicht praktikabel, da Copilot systemweit greift.
Auftragsverarbeitungsverhältnis: Microsoft handelt als Auftragsverarbeiter (Art. 28 DSGVO). Die DPA regelt die Weisungsgebundenheit, Subprozessoren und Transfer-Grundlagen. Art. 28 Abs. 3 DSGVO-Anforderungen sind durch die DPA abgedeckt.
Drittlandtransfer-Grundlage (Art. 44 ff.): SCC sind in der DPA verankert. Bei Aktivierung von OpenAI als Subprozessor oder Anthropic-Modellen erfolgen Transfers in die USA; die SCC-Grundlage gilt dann für diese Transfers. Quelle: Enterprise Data Protection.
Kritischer Punkt: Web-Search-Anfragen aus Copilot Chat stellen einen separaten Controller-to-Controller-Datenstrom dar (Microsoft als Controller, MSA als Grundlage) und benötigen eine eigenständige Rechtsgrundlage beim Einsatz im Unternehmenskontext, falls dabei personenbezogene Daten enthalten sind.
Nachvollziehbarkeit
Reviewer
ai-research / claude-sonnet-4-6